Senioren-Union besichtigt die innovative Konzernzentrale von enercity an der Glocksee
Stahl zu gießen. Ein zukunftsweisender Fingerzeig ist dafür entstanden: Die neue Konzernzentrale von enercity, die das Gebäude vertraglich mietet und gleichzeitig als Symbol für ihre strategische Ausrichtung nutzt.
Es ist ein Haus der Superlative: Mit 20.000 qm Fläche das größte Passivhaus Norddeutschlands. Dafür wurden 80 Bohrungen in den Untergrund getrieben. Fast der gesamte Wärmebedarf wird durch bodennahe Geothermie abgedeckt. Über 29 Erdwärmesonden wird Wärme aus 130 Metern Tiefe gewonnen. Zwei Sole-Wasser-Wärmepumpen verdichten die Wärme und erhöhen die Temperatur.
Heizkörper sucht man vergeblich. Ein 50 Kilometer langes Rohrsystem leitet die Wärme unsichtbar durch ungedämmte Betondecken und verteilt sie auf diese Weise im ganzen Gebäude. Eine Lüftungsanlage sorgt dafür, dass bis zu 90% der Wärme aus der Abluft zurückgewonnen werden. Der Bedarf wurde durch eine dicke Dämmung auf 3.500 Quadratmetern Außenfläche und die durchlaufende Dreifachverglasung auf ein Achtel reduziert. Daneben seht eine gewaltige Photovoltaikanlage auf der Dachfläche zur Verfügung.
Schaltet man die Wärmepumpen um, so können sie im Sommer zur Kühlung eingesetzt werden.
Das Gebäude besticht durch Großzügigkeit, Helligkeit und Transparenz. Es gibt nur wenige geschlossene Büros, dafür zahlreiche verschachtelte Arbeitsplätze, Besprechungspunkte und Sitzecken, die offen zur Kommunikation einladen. Die Schreibtische sind nicht fest zugeordnet, sondern werden von den Mitarbeitern am Vortag online ausgewählt und mit einem oder mehreren Rechnern gebucht. Das Arbeitsmaterial befindet sich in persönlichen Schließfächern. Diese Firmenphilosophie wird bis hinauf in die Chefetagen angewandt.
Geplant wurde das Gebäude vor der Coronaphase für 600 Beschäftigte. Heute ist es nicht einmal zur Hälfte ausgebucht, da die Mitarbeiter weitgehend das Homeoffice vorziehen. Die Zukunft wird zeigen, ob sich diese Entwicklung noch einmal umkehren lässt oder ob das Gebäude auch anderen Nutzern zur Verfügung gestellt werden muss. Sie könnten hier mit 141 Ladepunkten für ihre E-Fahrzeuge rechnen und mit 70 Lademöglichkeiten für E-Bikes und E-Roller. Die Senioren-Union bedankt sich für die umfassende, informative Führung durch das Haus!



